Februar 2010

 

Nachrüstung der Notentwässerung beim DKFZ, Heidelberg:

Vorbeugen ist besser als kurieren

Forschen und finden - neue Erkenntnisse zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krebserkrankungen, das ist eine der Zielsetzungen des DKFZ, des Deutschen Krebsforschungs-zentrums in Heidelberg. Mit der Nachrüstung einer zukunftsorientierten Notentwässerungsanlage präsentiert sich jetzt auch das Kommunikationszentrum des Forschungszentrums als wegweisend.


Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Seine rund 2.200 Mitarbeiter – davon ca. 850 Wissenschaftler - erforschen in über 60 Abteilungen und Nachwuchsgruppen, wie Krebs entsteht und welche Faktoren das Krebsrisiko erhöhen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse entwickeln sie neue Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebs.


Um das Kommunikationszentrum des Forschungszentrums, das rechtlich gesehen als Versammlungsstätte gilt, in Einklang mit den aktuellen Sicherheitsbestimmungen zu bringen, wurde von der Bauaufsichtsbehörde der Einbau einer Notentwässerung angeregt. Diese Maßnahme trägt dazu bei, bei Starkregenfällen die statische Belastung des 1.300 qm großen Flachdachs zu begrenzen. Denn die Zusatzlast für die Dachkonstruktion durch stehendes Wasser wird oft unterschätzt – ein nur ein Zentimeter hoher Wasseranstau wiegt 10 Kilogramm pro Quadratmeter, was bei der Größe des DKFZ-Daches ein Zusatzgewicht von 13.000 Kilogramm ausmachen würde. Angesichts der durch den Klimawandel in Zukunft vermehrt zu erwartenden Starkregenfälle werden Gebäude ohne Notentwässerung immer öfter an die Grenzen ihrer statischen Belastbarkeit kommen. Deshalb ist der Einbau einer Notentwässerung heute verbindlich vorgeschrieben. 

 

Ein Dach aus vielen Dächern

Um eine vorschriftsmäßige Gebäudeausstattung nach DIN EN 12056,Teil 3 und DIN 1986, Teil 100 (5/2008) zu gewährleisten, wurde daher beim Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums die Nachrüstung einer Notentwässerungsanlage in Auftrag gegeben. Architektonisch interessant angelegt, gruppieren sich hier mehrere begrünte Dachflächen um eine 300 m² große, bekieste Rotunde. Zu berücksichtigen waren das Hauptdach mit 577 m², ein Nebendach mit 200 m², eine weitere Nebendachzone mit ca. 200 m² und natürlich die Kies-Rotunde. 


Umkehrdach oder Warmdach?
Für Irritationen sorgte zuerst der spezielle Gründachaufbau, der auf ein Umkehrdach schließen ließ. „Im Attikabereich befand sich eine relativ hohe Blechabdeckung. Und im unteren Bereich, ca. 3 cm über der Dachbegrünung, blitzten Teile einer grünen Wärmedämmung. Ist eine Wärmedämmung frei bewittert, geht man normalerweise davon aus, dass es sich um eine feuchteresistente Wärmedämmung handelt. Und das kann im Prinzip nur ein geschlossenzelliger Extruderschaum sein, den man auch beim Umkehrdach verwendet“, so Dachdeckermeister Florian Utz von der Winterbauer GmbH. „Da der Einbau von Attikagullys in ein Umkehrdach nicht klar geregelt ist, hätten die mit der Notentwässerung auszustattenden Bereiche partiell zum Warmdach umgebaut werden müssen“, ergänzte Uwe Knorr, Dachdeckermeister und Technischer Berater der Sita Bauelemente GmbH. Erst als die Begrünung abgeräumt war, stellte sich zur Erleichterung aller am Bau Beteiligten heraus, dass es sich doch um ein ganz „normales“ Warmdach handelt.

Zwölf statt einhundert Gullys

Durch den Einsatz der leistungsstarken SitaTurbo Attikagullys konnte die Anzahl der eingebauten Gullys auf ein Minimum reduziert werden. Zwölf der rechteckigen Edelstahlgullys übernehmen jetzt die Entwässerungsarbeit, für die sonst
100 normale Attikagullys mit Rundrohr erforderlich gewesen wären. Dies reduzierte nicht nur Aufwand und Kosten, sondern vor allen Dingen die Anzahl der Durchdringungen in der Attika des Gebäudes. Da jede Durchdringung eine Schwachstelle im Dach darstellt, bzw. Risikopotential für spätere Undichtigkeiten mit sich bringt, war der Bauherr schnell von der „Turbo“-Lösung überzeugt.

Kernbohrung von innen
Fassade nicht beschädigen oder verschmutzen und Passanten, die das Gebäude von allen Seiten betreten, nicht behelligen. So lautete die Forderung, die eine Kernbohrung von der Innenseite der Attika erforderlich machte. Um Platz für den Kernbohrer zu schaffen, wurden der Gründachaufbau und die bestehende Wärmedämmung in den Durchdringungsbereichen rechteckig in einem Bereich von ca. ein mal zwei Metern ausgeschachtet. Für die entsprechenden Durchdringungen erhielt der Gründachbereich acht Kernbohrungen und die Kiesrotunde vier, die anschließend mit einer Dampfsperrplatte versehen und abgedichtet wurden.

In die so vorbereiteten Durchdringungsbereiche wurde nun jeweils das mit dem Attikagully verbundene Rechteckrohr eingeschoben und der Gully eingepasst. Durch das ein Meter lange Rechteckrohr des Attikagullys wurde der in den Flachdachrichtlinien geforderte Abstand zur aufgehenden Attika von 300 mm problemlos erfüllt. 

 

Gewählt wurde der SitaTurbo auch aufgrund seiner geringen Einbauhöhe. Das ultraflache Bauteil fügt sich gut in die Wärmdämmung ein, so dass auch die energetische Komponente optimal berücksichtigt wurde. Rund um den mit dem Betonuntergrund fest verschraubten Gully wurde die Wärmedämmung mittels Schütt- und Schaumdämmung wieder ergänzt. Im nächsten Arbeitsschritt konnte nun schon die erste Schweißbahn aufgebracht und verschweißt werden, die im Bereich des Gullytopfes ausgeschnitten wurde. Sobald die zweite Dachbahn verlegt war, wurde jeder Gullytopf mit einem 35 mm-Los/-Festflansch-Anstauelement komplettiert. „Um genau den richtigen Anpressdruck zu erzielen, ist es wichtig, für diese Arbeiten einen Drehmomentschlüssel einzusetzen und die Schrauben über Kreuz im Abstand von 24 Stunden drei Mal mit einem Druck von 30 Kilo-Newton nachzuziehen“, präzisierte Uwe Knorr, der technische Berater der Sita Bauelemente GmbH. Selbst Dachdeckermeister hat er auf Baustellen oft beobachtet, dass zu wenig, aber auch zu viel Zug die sichere Verbindung gefährden kann. Mit dem Aufsetzen des Kiesfangs, eines einfachen Bauteils, dem aber die wichtige Aufgabe zukommt, den Einlauftopf vor Laub- und Schmutzeintrag zu schützen, war der Aufbau des Gullys abgeschlossen. 

 

Nie ohne Quelldichtband
Als nächstes galt es, die Durchdringungen an der Außenseite der Fassade abzudichten. Hier wurde die Wärmedämmung ergänzt und das Rechteckrohr mit einem Quelldichtband - das in der Baustellenhektik oft vergessen wird - und Betonmörtel in der Attika fixiert. Das Quelldichtband ist daher so wichtig, weil Mörtel während des Trocknungsprozesses schwindet. Ihm kommt die Aufgabe zu, dann nachzuquellen, wenn der Mörtel anzieht und Schwindrisse, die die Abdichtung gefährden, zu verschließen. So kann auch die Winddichtheit der Gebäudehülle nach DIN 4108, Teil 7, erfüllt werden. Da die Firma Winterbauer sauber gebohrt und für den Ausschnitt des Putzsystems ein Spezialwerkzeug eingesetzt hatte, waren keine Schäden an der Fassade entstanden. Um aber auch optisch einen perfekten Abschluss zu erzielen, wurde das Rechteckrohr von außen mit einer zum Sita System gehörenden Fassadenplatte aus Edelstahl versehen und dauerelastisch abgedichtet. Über das Rechteckrohr, das jetzt ca. 15 - 20 cm aus der Fassade herausragt, wird der nächste Starkregen ebenso sicher wie elegant frei auf die angerenzenden Grünflächen entwässert, wo er dann einfach versickert.

Fazit: Keine Angst vor Starkregen 

Innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits von sechs Tagen - Samstagsarbeit wegen der Gefährdungsminderung der dort verkehrenden Personen inklusive - wurde aus einem gewichtigen Sicherheitsrisiko ein zukunftssicheres Dach, bei dem der nächste Jahrhundertregen ruhig kommen kann. Sobald der Wasserspegel die definierte Anstauhöhe von 35 mm übersteigt, treten 12 Attikagullys in Aktion, die pro Sekunde gut 144 Liter Regenwasser entsorgen – doppelt so viel, wie in der DIN EN 1253 gefordert wird - und damit die Dachkonstruktion wirksam entlasten. 

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Sita Internetseite www.sita-bauelemente.de oder direkt bei Sita unter der Rufnummer 02522 8340-0.

 

Rainer Pieper, Prokurist und technischer Leiter
der Sita Bauelemente GmbH

 

Kontakt:

Sita Bauelemente GmbH

Ferdinand-Braun-Str. 1

33378 Rheda-Wiedenbrück

Telefon: +49 (0)2522 8340-0

Telefax: +49 (0)2522 8340-100

E-Mail: info@sita-bauelemente.de

Internet: www.sita-bauelemente.de

 

Bautafel DKFZ, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg:

 

Objekt: Nachrüstung einer Notentwässerung

 

Bauherr: DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

 

Planer: Winterbauer GmbH Dach- u. Gerüstbau / Sita Bauelemente GmbH

 

Materialien: SitaTurbo Attika-Gullys

 

Hersteller: Sita Bauelemente GmbH,
Rheda-Wiedenbrück

 

 

Verarbeiter: Winterbauer GmbH Dach- u. Gerüstbau, Heidelberg

Baustellenbesprechungen sicherten einen reibungslosen 6-Tage-Einsatz: Wolfgang Jung vom DKFZ (2.v.l.), das Dachdeckerteam der Winterbauer GmbH und Uwe Knorr, Dachdeckermeister und technischer Berater der Sita Bauelemente GmbH (2.v.r.) vor Ort.
Die großflächige Ausschachtung der alten Wärmedämmung schuf Platz für die Kernlochbohrung von der Innenseite der Attika aus.

Kernlochbohrung von der Innenseite der Attika her: Die Patentlösung, um Verschmutzungen an der Fassade und eine Belästigung der Passanten zu vermeiden.
In Präzisionsarbeit wurde genau bis zum Putzsystem gebohrt.

Das Putzsystem wurde von außen ausgeschnitten, um Schäden an der Fassade zu vermeiden.
Dichtung der Durchdringung mit Bitumen und Anschweißbrenner, um Feuchteschäden im Durchdringungsbereich vorzubauen.

Ausschneiden des Gullytopfes bei der ersten Dachbahn, die über die Gewindestifte gezogen und mit Bitumenvoranstrich fixiert wurde.
Aufsetzen des Losflansches auf die zweite Dachbahn, bei der wiederum der Gullytopf ausgeschnitten wurde.

Das Anziehen des Losflansches mit dem Drehmomentschlüssel, der den richtigen Anpressdruck von 30 kN sicherstellt. Nach der Verarbeitungsanweisung muss diese Verbindung innerhalb von 24 Stunden mindestens drei Mal über Kreuz mit dem gleichen Drehmomentschlüssel nachgezogen werden.
Funktionsvorsorge: Fest verschraubt sorgt der Kiesfang dafür, dass der Gullyeinlauftopf sauber und funktionstüchtig bleibt.

Vor dem Einsetzen der abschließenden Fassadenplatte: Das Rechteckrohr, das frei auf das Grundstück entwässert.
12 SitaTurbo-Attikagullys übernehmen heute im Kiesrotunden- und Gründachbereich die Notentwässerungsfunktion. Die umliegenden Grünflächen werden als Versickerungsfläche genutzt.

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